Kultur und Geschichte des Landes
Vanezia bestand ursprünglich nur aus der Stadt Vanezia selbst. Die Stadt wurde
- in Ermangelung der Möglichkeiten, den damaligen Sumpf trocken zu legen - im
Jahr 800 n. Chr. auf Stelzen erbaut. Der Sinn dahinter war, den fruchtbaren
Boden, der rund um das Moor gelegen war, zu nutzen, ohne zu weite Wege zu einer
entfernteren Stadt zurücklegen zu müssen. Was die Vanezianer damals nicht
wussten, war, dass sich das Meer den Weg zum Moor bahnen würde. Heute steht
Vanezia zu dreiviertel im Meer. Dank der Stelzen, die Jahr für Jahr gewartet
werden, ist dies ein unvergesslicher Anblick.

historischer Anblick auf die Rialti-Brücke
Nachdem Vanezia als Stadt erblühte, kamen immer mehr Händler in die Stadt. So kam es, dass die Stadt im Jahre 1386 den Drang empfand, zu expandieren. Die Nachbarstädte Malino und Rima wurden eingenommen. Bald kamen auch Städte freiwillig zum "Vanezia-Bund", wie das Gebilde sich damals nannte. Die letzte Stadt, die sich dem Bund anschloss, war im Jahr 1456 San Marco, berühmter Wallfahrtsort. Diese Stadt erhoffte sich zum damaligen Zeitpunkt den Schutz der Pilger, die zur Wallfahrtskirche in San Marco kamen, durch die mittlerweile auch militärisch erblühte Stadt Vanezia.

die Wasserstraße von Berebo (heute)
Im Jahr 1533 kam es dann zur Katastrophe: Teile der damals auf Holz erbauten Stelen brachen zusammen, ein ganzer Stadtteil Vanezias verschwand im Meer. In dem daraus entstehenden Chaos brachte es der Bürgerrat nicht fertig, die Probleme zu bewältigen. Nach mehreren Debatten wurde von Gianni di Lamberti, einem Bürger der ersten Stunde Vanezias, der Vorschlag eingebracht, dass der Bürgerrat doch ab sofort immer einen Führer (dux) wählen sollte, der größere Vollmachten zugeschrieben bekäme. Und so kam es, dass Gianni di Lamberti der erste Dux Vanezias wurde. Im Laufe der Jahre transformierte sich der Begriff Dux zu Doge. 1612 wurde die Constitutio (Verfassung) des Landes dahingehend geändert, dass der Doge auf Lebenszeit gewählt wurde.

Gianni di Lamberti
Das Jahr 1790 wiederum ging in die Geschichte Vanezias als "Debattenjahr" ein. Vom 12. April bis zum 17 Oktober des Jahres beratschlagte der Bürgerrat sage und schreibe EIN Thema: Die Steuererhebung auf Korngut. Die 350 Bürgerräte konnten sich nicht einigen, viele andere Gesetze blieben liegen, es kam zu Misswirtschaft, kriegerische Nationen bedrohten die Einheit des Landes. In dieser Zeit nahm der Doge Antonio da Silva das Ruder in die Hand und putschte im Bürgerrat. Ein Kontingent der Armee des Landes besetzte den Bürgerrat, da Silva erklärte den Ausnahmezustand. In der Folge des Ausnahmezustandes setzte der Doge einige Gesetze um, die liegen geblieben waren. Außerdem - was viel wichtiger war - traf er sich mit den fünf einflussreichsten Familien des Landes, um mit diesen die Verfassung zu überarbeiten. Der Ausnahmezustand wurde aufgenommen, der Bürgerrat entfernt und durch den (flexiblen) Rat der Fünf ersetzt. Da Silva legte diese Verfassungsrevision dem noch existierenden Bürgerrat vor, der - beeinflusst und unter Druck der großen Familien - der Änderung zustimmte.

Gemälde "Debattenjahr"
Die Verfassung wurde im Jahr 2006 noch einmal leicht revidiert und am 09.01.2006 durch den amtierenden Dogen Giovanni di Lamberti verkündet.